|

Jan. 18, 1999.
Chronisch spätes Windows2000; Microsoft's erster Zeuge stolpert über die
eigenen Beine; Gates ordnete getürkte Umfrage an; Windows 'April, April' Bug
Der Windows 2000 Zeitplan hat sich nochmal verspätet, was den
offiziellen Termin der Veröffentlichung mehr in Richtung Weihnachten verschiebt, als zunächst angenommen. Die dritte und letzte Beta des Windows Upgrade, die ursprünglich für Mitte März geplant war, verschiebt sich bis zum späten April dieses Jahres. Der Manager der Windows NT Server Produktserie Ed Munth erklärte, daß die Auslieferung 1999 "absolut unsere Erwartung ist," aber sagte es wäre "unwahrscheinlich", daß das Betriebssystem vor dem Tag der Arbeit ("Labor Day") geliefert würde. Die Firma kündigte ebenfalls an, daß die NT Server Upgrade Werbekampagne bis zum Ende Juni ausgedehnt wird, was bedeutet, daß Microsoft die Auslieferung frühestens September oder Oktober 1999 plant. Verschiedene Quellen, die wir kennen, haben sogar gesagt Microsoft würde das Windows Upgrade nicht vor Februar 2000 ausliefern, über ein Jahr später.
Wenn nicht alle der fünf oder sechs tollen Varianten von Windows 2000 vor November 1999 ausgeliefert werden, wird die Firma nicht nur die Weihnachtseinkaufsaison verpassen, sondern auch die IT Abteilungen unter Druck setzten, die mit ihren Budgets knapper als sonst sind, aufgrund der erwarteten Jahr 2000 Krise. Und wenn Windows 2000 sich nicht sehr gut verkauft, werden die Office 2000 Verkaufzahlen darunter leiden, denn die nächste Version dieses Produkts ist auf die nächste Version von Windows angepasst. Entsprechend Berichten die wir gehört haben haben viele ISVs und große Geschäftskunden Druck gemacht, damit
Microsoft eine Zwischenversion von NT rausbringt - vielleicht ein NT 4.5 oder NT 5.0 - mit allen stabilen Features von Windows 2000. Was auch immer passiert, es sieht mehr und mehr danach aus, daß 1999 ein besonders gutes Jahr für Novell und Unix wird.
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Die letzte Woche begann mit einem Verhör hinter geschlossenen Türen, in dem der Wirtschaftsprofessor Franklin Fisher über Microsofts Preispolitik aussagte. Da die Sitzung geschlossen war, wissen wir nicht was vor sich ging, aber die vieldiskutierte Aussage zeigte nach Berichten, wie Firmen die Microsoft bevorzugt, wie Dell und Compaq (beide hatten die Aussage bestritten), einen niedrigeren Preis für Windows zahlten als andere Computerhersteller wie Gateway und IBM. Fisher nutzte diese Preisungerechtigkeit um seine Aussage zu untermauern, daß Microsoft sehr wohl eine Monopolstellung besitze und diesen Vorteil nutze um in neue Märkte eindringen zu können. Nachdem das Gericht wieder öffentlich war, hat Fisher bestätigt, daß die Konsumenten bis jetzt davon profitierten, daß Microsoft beschloß den Internet Explorer umsonst abzugeben. Aber er betonte eindringlich, daß dieser Vorteil für den Kunden einfach ein Seiteneffekt der Taktik war, Netscape zu unterbieten. Nach einem letzten Kreuzverhör haben die Anwälte der Regierung 365 Dokumente eingreicht,
sowie diverse noch nicht gezeigt neue Teile der Gates Videoaussage, nachdem sie fertig waren, haben sie das Gericht an Microsoft übergeben.
Nachdem nochmaligen scheitern im Bemühen das Verfahren zu beenden, hat der führende Anwalt Microsofts John Warden seinen ersten Zeugen aufgerufen: Richard Schmalensee. Schmalensee, ein früherer Student von Franklin Fisher, hat seit 1992 schon oft für Microsoft gearbeitet und dient der Firma als wichtigster Zeuge in Wirtschaftfragen. Er sagte aus, daß die Betriebssysteme für die Intel-basierten PC Desktoprechner nicht als "relevanter Markt" eingeschätzt werden sollten, denn Microsoft wird von Cross-Plattform Technologien wie Java, Handheld Rechnern und dem Internet bedroht. Dies ist ein entscheidender Punkt im Verfahren gegen Microsoft, denn wenn kein "relevanter Markt" existiert, kann die Firma auch kein Monopol besitzen, obwohl Windows auf 90% aller PCs auf der Welt läuft.
Der Anwalt der Regierung David Boies ging auf Schmalensee zu und fragte ihn nach Firmen die Produkte herstellen, die in Konkurrenz zu Windows stehen. Als Antwort hat Schmalensee die beiden "fast" Alternativen Linux und BeOS aufgeführt. Diese Betriebssysteme haben zusammen höchstens einen Marktanteil von 11 Millionen Nutzern. Richter Judge
Jackson enthüllte einige Kuriositäten über Be, indem er er den Zeugen fragte, ob Be bisher Geld mit seinem Betriebssystem habe machen können. "Ich wäre erstaunt, wenn sie damit eine Menge Geld machen," gab Schmalensee zu. Aber er sagte das Entscheidende von Be und Linux wäre nicht, daß sie Geld bringen oder Millionen von Nutzern vorweisen, sondern, daß diese neue Mitspieler im Desktop-Betriebssystem Markt sind, mit denen Micosoft in künftigen Jahren zu kämpfen habe.
Boies hat die Aussage zu nichte gemacht, indem er einen Artikel vorlegte, der von Schmalensee 1987 für das Antitrust Law Journal (Journal für
Kartellrechtsverfahren) verfaßt worden war, in dem er sagte, daß "das Vorhandensein ein paar kleiner Konkurrenzfirmen nicht bedeutet, Neuanfänger hätten keine bedeutende Barrieren im Einstieg." Um noch weiter auszuführen, hat Boies eine Aussage Schmalensees vom 7ten Oktober 1998 aufgeführt, in der der Wirtschaftler sagte, daß andere PC Betriebssysteme keine ernstzunehmende Bedrohung darstellen: "Im Moment, außer für spezielle Einsatzgebiete ... Sehe ich nichts, was ich als eine echte Konkurrenz ansehen könnte." Der Zeuge nahm seine Behauptung zurück, indem er entgegnete, daß Microsoft Bedrohungen hat, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal deutlich festzumachen sind, da Softwarefirmen quasi "aus dem Nichts auftauchen".
Zum Ende des besonderen Tages, hat das Justice Department EMails von Bill Gates bekanntgemacht, die Zweifel über eine Umfrage aufkommen lassen, die von Schmalensee in seiner geschriebenen Aussage zitiert wird. Die Umfrage, die angiebt, daß 85% der Softwareentwickler die Integration des Internet Explorers in Windows begrüßen, soll offensichtlich von Gates in Auftrag gegeben worden sein um die Aussage im Senat im März 1998 abzuschwächen. In einer der gezeigten EMails, sagte Gates mehreren Leuten, die die Umfrage durchführten, daß "es ihm UNWAHRSCHEINLICH [sic] helfen würde, wenn die Umfrage zeigt, daß 90% der Entwickler glauben es wäre sinnvoll wenn der Browser in das Betriebssystem integriert wird." Zufälligerweise, gab Microsoft später am Donnerstag eine Presseveröffentlichung heraus, in
der eine [ähem] unabhängige Umfrage ergeben hätte, daß 73 Prozent aller Amerikaner glauben, daß Microsoft sowohl den Konsumenten als auch der Softwareindustrie Gutes getan hat.
Microsoft hat einen Fehler bestätigt, der jüngst von Richard Smith (Phar Lap Software) gefunden wurde: Windows zeigt die falsche Zeit im Jahr 2001. Der Bug beeinflußt die lokale Zeitfunktion von Windows 95 und 98 beim Sommerzeitwechsel, indem er die Zeitverschiebung vom 1. auf den 8. April verlegt. Danach sind die Applikationen wieder synchron mit der Betriebsystemzeit und dem Rest der Welt. Smith erklärt den Fehler mit einem Problem in einer Visual C++ Runtime DLL, die davon ausgeht, daß die Sommerzeit nicht vor dem 8. April beginnt, weil der 1. April 2001 auf einen Sonntag fällt. Der Bug tritt auch bei anderen Jahren auf, bei denen der 1. April auf einen Sonntag fällt, z. B. 1990 oder 2007. Microsoft hat den Bug zwar zugegeben,
meint aber, die Folgen sind zu vernachlässigen. Stellt sich die Frage, wieviele tausend Probleme bei 40-50 Mio Win95/98-Kopien noch "zu vernachlässigen" sind. Aber wie sagte Chris Hargarten, einer der Visual C++ Product Manager: "Wir kämpfen die ganze Zeit mit Fehlern, aber wir nehmen sie alle Ernst". (April, April)
Ein Bundesrichter rügte Microsofts Anwälte letzte Woche während eines Hearings bezüglich der Klagen früherer Freelancer gegen Microsoft. Die Anhörung wurde von Richter John Coughenour angeordnet, nachdem dieser erfahren hatte, daß Microsoft die Verträge der freien Mitarbeiter geändert hat. Als der Firmenanwalt James Oswald die Verträge zu verteidigen versuchte, schnitt ihm Richter Coughenour das Wort ab und beendete das Hearing nach nur 10
Minuten, um den Anwälten Gelegenheit zu geben, "ihren Mandanten vorzuschlagen, das Richtige zu tun". Der Richter setzte eine Frist bis zum 26. Januar, um mit einer Meinung zurückzukommen. M$-Sprecher Dan Leach meint, die Firma wolle sich die Kontrakte nochmal ansehen. Schließlich "tun wir immer das, was un die Gerichte auferlegen".
Microsoft kündigte letzte Woche an, daß sie in den
Netzwerkspezialistne Banyan (Banyan Vines, früher mal ein heißer Konkurrent von Novell) investieren will. Banyan sagt, es wäre kein Schwenk zu Microsoft Produkten, sondern eher ein Bekenntnis zu
Interoperabilität. MS kauft 1,75 Mio. Aktien und gibt Banyan 10 Mio Dollar über drei Jahre - um rund 500 Mitarbeiter für Marketing und Produktentwicklung von Windows NT/2000 zu trainieren.
Wie wir schon erwartet hatten hat Microsoft am letzten
Donnerstag Einspruch gegen die Verfügung eingelgt, nach der sie Windows, den IE und Visual J++ kompatibel zu Sun's Java Standard machen sollen. Letzte Woche forderte der Richter Sun und Microsoft auf, einen Schlichtungstermin unter Einbeziehung einer Kommission zu vereinbaren, um den schon länger schwelenden Streit beizulegen.
Jim Kinsella wurde zum CEO von MSNBC online befördert. Die
Position wurde speziell für Kinsella, der vorher als MSNBC Generaldirektor gearbeitet hatte, eingerichtet. Bevor er zu MSNBC kam war er Herausgeber von Timewarner's Pathfinder und gründete die Internet Content Coalition.
Offensichtlich behauptet der Kalender in Outlook 98, daß der 24. Mai diesen Jahres der Memorial Day wäre. Schlechte Karten für die Outlook-User, die da ein langes Wochenende planen: Der Rest der USA feiert den Memorial erst am 31. May.
|
|
Benjamin's Microshaft Seite
Internet-Explorer Hatepage
Letzte Betatest- Fehlermeldungen von WIN95...
Microsoft - eine Gefahr für die freie
Gesellschaft?!
Microstoff Hom Page
M$ Hate Page
Die Schönsten Dialogboxen
Spaß mit Windoofs
Unix rulez - MS sucks
Was hat es mit Microsoft auf sich?
Willkommen bei Miklosoft
Windoof 95
W.I.N.S.T.O.P
#LinuxGER - Billgotchi
Auf Englisch/In English
|